Bewaffneter Freikampf

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Allgemein

Bewaffneter Freikampf (auch: historisches Fechten, mittelalterliches Freifechten, etc.) ist in erster Linie eine Kampfsportart, die auf verschiedenen Kampfsystemen basiert (ICB, Codex Belli, International Rules, etc.). Je nach Kampfsystem und Waffengattung gibt es verschiedene Trefferzonen. Es wird sowohl im Zweikampf als auch im Linien- bzw. Gruppenkampf trainiert und gekämpft. In der Regel scheidet der Kampfpartner bei einem regelkonformen Treffer für die Runde aus. Je nach Trefferregelung kann es auch sein, dass mehrere Treffer gesetzt werden müssen.

Waffen

  • zugelassene Waffen:
    • Hiebwaffen: Waffen mit Stahlklingen zu einer oder zwei Händen (Schwert, Schwertsax, Sax, Einhand-Axt, Lang-Axt / Daneaxt, z.T. Sense)
    • Stangenwaffen: Langwaffen mit Stahlköpfen zu zwei Händen (Zweihand-Speer, z.T. Gabel) sowie Einhandgere
    • je nach Event und Kampfsystem auch Fernkampfwaffen: Bögen und Armbrüste sowie Schleudern

  • verbotene Waffen:
    • Feuerwaffen, Leichtmetall- oder Latexwaffen sowie Wucht- und Kettenwaffen (Keulen, Flegel), Peitschen.

  • techn. Voraussetzung für die Zulassung im Gefecht:
    • Erlaubt im Nahkampf sind Hiebwaffen und Stangenwaffen mit Stahlklinge, die eine Schlagkante von mindestens 2 mm aufweist und so abgestumpft ist, dass ein Eindringen in Kettengeflecht mit Ringen von 8 mm Innendurchmesser ausgeschlossen ist.
    • Je nach Event sind Fernkampfwaffen erlaubt, die die Zugkraft eines 50 lbs -Langbogens nicht überschreiten. Es dürfen nur Pfeile oder Bolzen genutzt werden, die mit einem Schaumpolsterkopf ausgestattet sind. Der Kopf muss einen Durchmesser von mindestens 50 mm haben und auf einem fest mit dem Schaft verbundenen Kunststoffinnenkern aufbauen. Ein Eindringen der Spitze in die Augenhöhle und ein Splittern des Schaftes beim Abschuss oder Einschlag muss ausgeschlossen sein. Schleudergeschosse dürfen nicht schwerer als 80 g sein, dürfen nicht in die Augenhöhle eindringen können und müssen eine Schaumpolster- oder Filzoberfläche haben (Beispiel: Tennisball).

  • zusätzliche Regeln zu Waffen:
    • Zugelassene Waffen dürfen keine strukturellen Beschädigungen oder übermäßige Scharten aufweisen. Ein Waffencheck ALLER mitgeführten Waffen vor der Schlacht ist Pflicht!
    • Verbotene Waffen dürfen weder eingesetzt noch auf dem Kampffeld mitgeführt werden.

Schutzausstattung

  • Der Mindestrüstungsschutz im Nahkampf besteht aus gepolsterten Handschuhen und ggf. Kopfschutz.
  • Körperschutz, besonders Schutz der Unterarme und Gelenke, wird dringend empfohlen!
  • Verboten sind Schilde und Rüstungen mit Spitzen oder scharfen Kanten.

Verhalten im Kampf / Waffenregeln

  • Hiebwaffen:
    • Erlaubt sind Schläge mit Hiebwaffen zum Schild und Körper.
    • Nicht erlaubt sind Schläge und Stiche zum Kopf oder Hals.
    • Stiche mit Hiebwaffen sind je nach Kampsystem erlaubt oder nicht.

  • Stangenwaffen:
    • Erlaubt sind Schläge und Stiche mit Stangenwaffen auf den Schild oder den Körper (Trefferzonen je nach Kampfsystem), wenn die Waffe abwärts geführt wird.
    • Nicht erlaubt sind Schläge und Stiche mit Stangenwaffen zum Kopf oder Hals, sowie das Führen der Waffe aus einer unteren Position (Aufwärtsstich, Aufwärtsschlag).

  • Fernkampfwaffen:
    • Soweit zugelassen, sind gezielte Schüsse mit Fernkampfwaffen auf den Schild und den Körper unterhalb des Brustbeines erlaubt.

  • zusätzliche Regeln zum Verhalten auf dem Kampfplatz:
    • Faires Verhalten und Sicherheit auf dem Kampfplatz ist oberstes Gebot! Wir kämpfen als Partner, nicht als Feinde!
    • Die Teilnahme an einem Gefecht unter Alkohol- oder Drogeneinfluss ist nicht erlaubt!
    • Scharfe oder spitze Gegenstände (Messer, Esspfriem, etc.) dürfen grundsätzlich nicht mitgeführt werden.
    • Körpereinsatz zum direkten Angriff auf den Gegner (Tritte, Faustschläge, etc.) ist nicht erlaubt.
    • Schläge von hinten sollten durch einen "Klapps" auf den Hintern angedeutet werden – wir schlagen nicht in den Rücken (Schulterblätter, Wirbelsäule, etc.).
    • Angriffe auf Fernkämpfer, die den Mindestrüstungsschutz nicht tragen sind anzudeuten.
    • Ein versehentlicher Kopftreffer führt OHNE DISKUSSION! zum Aus desjenigen, der den Treffer gesetzt hat.
    • Wer ausgeschieden ist, zeigt dies deutlich an, z.B. durch umdrehen des Schildes oder heben der Hand, und verlässt den Kampfplatz.

Sonstiges

  • Die Sicherheit der Waffen und Ausrüstung wird durch Kontrollen gewährleistet. Dennoch ist jeder für seine Ausrüstung auch selbst verantwortlich!
  • Der Kämpfer muss seine Eignung an der Waffe durch eine Prüfung vor Ort nachweisen.
  • Erste Hilfe Ausstattung muss vor Ort sein. Jeder Kämpfer sollte ausgebildeter Ersthelfer sein.
  • Minderjährige Kämpfer bedürfen der schriftlichen Zustimmung des Erziehungsberechtigten.
  • Den Anordnungen der Kampfrichter ist unbedingt Folge zu leisten.
  • Der Veranstalter hat das Hausrecht.
  • Jeder Kämpfer ist dafür verantwortlich, dass Zuschauer nicht gefährdet werden.
  • Eine Trefferregelung ist nicht Bestandteil der Schlachtregeln und ist gesondert abzustimmen.


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